aktuelle Produktion BÖSE FRAUEN

BÖSE FRAUEN

Die Rabtaldirndln ziehen in Böse Frauen ihre Spritzen mit unbequemen Wahrheiten des Pflegealltags auf und zielen damit genau ins Zentrum unseres Verständnisses von Gut und Böse. Hintergrund des neuen Stücks ist die reale Mordserie der sogenannten Lainzer Mordschwestern, die von 1983 bis 1989 im ehemaligen Krankenhaus Lainz mehr als zweihundert Patient*innen töteten.

Pflege geht an die Substanz. Sie fordert, sie spaltet, sie führt an die Grenzen. Der Grat zwischen Hingabe und Aufopferung ist schmal und führt bis zum Tod, der jederzeit eintreten kann oder lange auf sich warten lässt. In dieser Spanne schweben Begriffe wie Selbstbestimmung, Angewiesensein oder Sterbehilfe.

Die brachialfeministischen Rabtaldirndln aus dem stets fiktiven Landstrich namens Rabtal sind sich sicher: „Wenn es einmal dem Ende zu geht, dann wollen wir die letzte Strecke würdig absolvieren.“

„Sollte ich, jemals in die Lage kommen, dass ich nicht mehr selbstständig über mein Leben und Sterben entscheiden kann, dann möchte ich bitte, dass mein Leben um jeden Preis verlängert wird. Und zwar so lange, bis meine Rabtaldirndln anwesend sind und sich von mir in angemessener Weise verabschieden können. Ist dies geschehen, möchte ich, dass mein unmittelbarer Sterbeprozess seinen gewohnten und finalen Gang geht. Gerne mit dem Rezitieren der Kronen-Zeitungsberichte über die Lainzer Mordschwestern.“

„Ich würde euch mästen. Ich würde euch füttern und ich würde keine Sekunde von eurer Seite weichen. Und wenn ihr nicht essen wollt, würde ich sagen, dass ihr undankbar seid.“

Und wenn die Rabtaldirndln gestorben sind, dann wollen sie auch, wie die Lainzer Mordschwestern, durch die kollektiven Gedächtnisräume spuken.

 

Konzept & Umsetzung Die Rabtaldirndln und Ed. Hauswirth Regie Ed. Hauswirth Performance Barbara Carli, Rosa Degen-Faschinger, Gudrun Maier Technischer Support Nina Ortner Produktionsleitung Gudrun Maier Dramaturgie Gerda Saiko Ausstattung / Künstlerischer Support Georg Klüver-Pfandtner Fotocredits: Nikola Milatovic Video: Stefan Schmid/Georg Klüver-Pfandtner Chorleitung/Arrangement: Andrés García Filmset-Betreuung Michaela Schweighofer